Als der Ukrainekrieg nach Russland kam

Als der Ukrainekrieg nach Russland kam

https://www.falter.at/zeitung/20220927/als-der-ukrainekrieg-nach-russland-kam

Putins sogenannte Teilmobilmachung soll 300.000 Rekruten an die ukrainische Front schicken – zumindest in der ersten Welle. Weitere werden folgen. Der Falter bat Rekruten, Mütter und Familienväter vor Ort, die Auswirkungen auf ihr Leben zu beschreiben. Protokolle aus einem verstörten Land NINA BRNADA, TESSA SZYSZKOWITZ POLITIK, FALTER 39/22 VOM 27.09.2022

Er sei schließlich Herr Peskow, betont die präpotente Männerstimme am Telefon. Der junge Peskow, um genau zu sein, Nikolaj Choles, 32 Jahre alt, Sohn von Wladimir Putins Pressesprecher Dmitri Peskow. Er glaubt in diesem Moment, mit einem Rekrutierungsbeamten des Moskauer Wehrkreiskommandos telefonisch verbunden zu sein, als der Sohnemann erklärte, er werde dem Einberufungsbefehl sicher nicht Folge leisten: „Ich werde das auf einer anderen Ebene regeln.“ Mitarbeitern des inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny hatten den Spross eines ranghohen Vertreters von Putins Politelite öffentlich vorgeführt. Papa Peskow erklärte, das Gespräch sei geschnitten worden. Nawalnys Team aber sagt, es sei live gesendet worden. Nicht nur Peskow will sich vor dem Einrückungsbefehl drücken, der vorerst rund 300.000 Männern droht, nachdem Putin am 21. September eine sogenannte Teilmobilmachung ausgerufen hat. Statt ein mächtiges Heer stolzer Soldaten gegen die Ukrainer zu werfen, sieht sich das russische Regime mit Aufruhr im eigenen Land konfrontiert. 


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© 2018 Tessa Szyszkowitz