Der ganz normale Wahnsinn

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Draußen trommeln Aktivisten für mehr Klimaschutz, im Konferenzzentrum ringen Regierende um Kompromisse. Zu Besuch auf der Weltklimakonferenz.

1. Junge gegen Alte

In Glasgow kämpft die neunjährige Rosalie McIntyre um ihre Zukunft. „Act like (y)our house is on fire – because it is!“, steht auf ihrem Plakat: „Handle so, als ob dein Haus in Flammen steht – es ist nämlich so“. „Stop burning our future“, hat ihre elfjährige Schwester Charlotte als Slogan gewählt: „Hört auf, unsere Zukunft zu verbrennen“.

 

Es ist Freitagfrüh und Fridays for Future haben zur Demo gerufen. Greta Thunberg, die die Bewegung gegründet hat, ist auch da. „Der Wandel kommt nicht von dort drinnen, er kommt von hier!“, ruft die 18-jährige Schwedin: „Dort drinnen wird doch nur Greenwashing betrieben.“ Ihre beißende Kritik an der UN-Konferenz COP26 – das sei doch alles „Blabla“ – gellt seit Beginn des Klimagipfels durch die Straßen Glasgows.

Die Klimaaktivisten und -aktivistinnen geben auf der Straße den Ton an. Nicht nur in Glasgow, in ganz Europa kam es am 5. und 6. November zu Krachdemos mit Trommeln und Pfeifen. Dank des phänomenalen Erfolgs von Greta Thunbergs Bewegung werden sie und ihre Anhänger inzwischen auch in den Staatskanzleien gehört.

Selbst der konservative britische Premierminister Boris Johnson, gemeinsam mit den Italienern Gastgeber der COP26, greift Gretas abfällige Bemerkung über den Führungsstil der Polit­elite in seiner Eröffnungsrede auf: „Wir dürfen es diesmal nicht bei Blabla belassen!“

2. Norden für Süden


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© 2018 Tessa Szyszkowitz